Unsere Losung: Mit Antikommunismus kann man Faschismus und Krieg nicht bekämpfen

Seit zehn Jahren mahnt die DKP Lichtenberg/ Marzahn-Hellersdorf die Linkspartei-Parlamentarier zur Aktionseinheit der Arbeiterklasse.

 

Das Gespräch mit den Demonstrierenden ist das Wichtigste. „Stimmst Du unserer Losung zu, Genossin?“, fragt ein DKP-Genosse eine vorbeigehende Lichtenbergerin, die mit roten Nelken unterwegs zu Karl und Rosa ist. „Ja, dem stimme ich zu: Mit Antikommunismus kann man Krieg und Faschismus tatsächlich nicht bekämpfen“, antwortet diese nach kurzem Überlegen – wie fast alle Demonstranten, die wir am Eingang der Gedenkstätte der Sozialisten auf unser Transparent ansprechen. Und mit dieser Frage werden auch dieses Jahr wieder zahlreiche Diskussionen beginnen, wenn sich die Transparentaktion der DKP, die das Stille Gedenken im Vorfeld der Demonstration begleitet, zum zehnten Mal jährt. Doch was genau steckt hinter dieser Losung? Warum muss sie immer wieder gezeigt und diskutiert werden, obwohl so viele Demonstranten sie für selbstverständlich halten?

Es war im Dezember 2006, als auf dem Gelände der Gedenkstätte der Sozialisten, auch unter Beteiligung von Linkspartei und SPD, ein Gedenkstein für die „Opfer des Stalinismus“ eingeweiht wurde. Wer dieses Gedenken jedoch mit dem antikommunistischen Kampfbegriff „Stalinismus“ beginnen will, der verfolgt einen ganz anderen Zweck: Provokation und Spaltung im Sinne des herrschenden Systems. Denn es ist vollkommen klar, dass es nicht alle linken Kräfte mit ihrer Weltanschauung vereinbaren können, komplexe historische Zusammenhänge mit einem Lippenbekenntnis zum Stalinismus-Begriff abzutun.

Ein Keil soll also zwischen die linken Kräfte getrieben werden. Was darunter vor allem leidet, ist die Aktionseinheit von Sozialdemokraten, Sozialisten und Kommunisten im Kampf gegen Rechts, die über viele Jahrzehnte verhinderte, dass das menschenverachtende Weltbild der extremen Rechten in Deutschland wieder Politik gestalten konnte. Die Zersetzungsarbeit der bürgerlichen Mitte gegen eine solidarische Linke trägt heute ihre Früchte, wenn Rassenhass und Sozialdarwinismus durch Kräfte wie die AfD wieder salonfähig gemacht werden. Um diesem Denken entgegenzuwirken, richtet sich die Transparent-Aktion der DKP insbesondere an Parlamentarier und Sympathisanten der Linkspartei und der SPD, die am Stillen Gedenken teilnehmen. Sie stellt einen Aufruf zur Aktionseinheit dar: Wer ehrlich gegen die heute wieder konkrete Bedrohung durch Krieg und Faschismus kämpfen will, der darf den Kampfbegriffen des bürgerlichen Systems nicht auf den Leim gehen, der muss den Antikommunismus im eigenen Denken und in den eigenen Reihen bekämpfen.

Über die Jahre standen viele Genossinnen und Genossen für unsere Losung ein – manche, die den Hitler-Faschismus noch bewusst erlebt haben, aber auch andere, die schon die DDR nur noch aus Erzählungen kennen. Die Aktionseinheit der Arbeiterklasse im Kampf gegen Krieg und Faschismus zu stärken, sehen wir als unsere bleibende Aufgabe. Diese werden wir als DKP Lichtenberg/Marzahn-Hellersdorf auch in Zukunft bei der größten Demonstration der linken Kräfte in der BRD wahrnehmen.