Antifaschistischer Widerstand in Pankow

Der Rundgang mit dem Thema : „Auf den Spuren des antifaschistischen Widerstands in Pankow“, den die VVN mit Beteiligung der DKP Pankow und der autonomen Antifa am 9.3.2017 in Pankow durchgeführt hat war ein voller Erfolg. Zwar gab es am Ende bei der Abschlußansprache noch Probleme mit der Polizei, aber 95 % des Rundgangs sind ohne Polizei und dementsprechend  ruhig verlaufen. Den Teilnehmern wurde viel über den antifaschistischen Widerstand in Pankow vermittelt. Gedacht wurde des Künstlers, Kommunisten und Widerstandskämpfers Max Lingner auf der Straße, die heute seinen Namen trägt, Anton Saefkows und seiner Frau Enna vor ihrem einstigen Wohnhaus in der Trelleborgstraße. Vor dem Haus, in dem Zenzl Mühsam in der Binzstraße gewohnt hat, gab es ebenfalls eine Ansprache, in der ihrer und ihres Mann Erich Mühsam gedacht und und über ihren Kampf gegen die Nazibarbarei und ihr Schicksal berichtet wurde. Weiter ging es über die Treskowstraße und an der Kleingartenkolonie Heinersdorf vorbei, wo die Beteiligten etwas über ein Widerstandsnest in den Kleingärten erfuhren, welches sich „die Rote Festung“ nannte und von wo aus der antifaschistische Widerstand organisiert wurde. An den Gedenktafeln, soweit vorhanden, wurden rote Nelken angebracht, bei Max-Lingner war es das Straßenschild. Von Anwohnern gab es oft Kommentare und Gesten die unseren Rundgang positiv bedachten.

Zum Abschluss sollte Romain Rollands gedacht und über ihn berichtet werden, wobei es aber zu Behinderung durch die Polizei kam, die plötzlich mit einigen Mannschaftswagen an der Romain-Rolland-Straße Ecke Blankenburger Str. auftauchte und dem Ganzen leider einen bizarren Abschluss gab. Die Abschlußansprache war genau an dieser Stelle ordnungsgemäß angemeldet worden. Trotzdem wollte die in immer stärkerer Zahl (inzwischen 5-6 Mannschaftswagen) und bereits behelmte Polizei unseren Kundgebungsort mit Gewalt verlegen, weil zufällig in der Gaststätte „Heinersdorfer Krug“, die sich an dieser Straßenecke befindet, eine Versammlung der AfD stattfinden sollte und wir Antifaschisten ihnen angeblich den Weg versperren würden. Eingekesselt von Polizisten in Kampfausrüstung sprach eine junge Antifaschistin über das Leben und das Wirken von Romain Rolland und eine Kamaradin der VVN erinnerte an den Schwur von Buchenwald, „Wir stellen den Kampf erst ein, wenn auch der letzte Schuldige vor den Richtern der Völker steht! Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung.

Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel, das sind wir unseren gemordeten Kameraden, ihren Angehörigen schuldig“. Weiter zitierte sie Martin Niemöller mit seinem Ausspruch, der in die Geschichte eingegangen ist und der da endet mit den Worten: „….. Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte.“

Der antifaschistische Rundgang mit seinem mahnenden Abschluss vor dem AfD Lokal „Heinersdorfer Krug“ war ein klares Zeichen dafür, dass der antifaschistische Widerstand weiter lebt und Kommunisten, VVN und Autonome Antifa in Pankow nicht gewillt sind, den Nazis und anderen rechten Kräften irgendwelchen Spielraum zu geben.