Bundeswehr raus aus den Schulen!

Lena Kreymann, Listenplatz 2: 28 Jahre, Studentin der Philosophie & Neurowissenschaften

Lena Kreymann, Listenplatz 2

Verteidigungsministerin von der Leyen hat Anfang dieses Jahres mehr Investitionen für die Bundeswehr gefordert und angekündigt, in den kommenden Jahren die Bundeswehr um mehrere Tausend Soldaten zu vergrößern. Letztes Jahr wurden zusätzliche 130 Milliarden für die Bundeswehr in den nächsten Jahren beschlossen. Doch wenn es um Bildung geht, ist der Staat knausrig. Hierfür ist angeblich nie Geld da. Schulgebäude sind stark heruntergekommen. Der „Zeit“ zufolge fehlten 2016 in Berlin insgesamt 5 Milliarden Euro, um bauliche Mängel an den Schulen zu beheben. Dafür müssen Schülerinnen und Schüler vieles selbst zahlen – von Büchern, die obligatorisches Unterrichtsmaterial sind, über Nachhilfestunden oder das Ticket für Bahn und Bus. Oft genug fällt Unterricht aus, weil es nicht genug Lehrer gibt. Doch die, die es gibt, stehen dafür vor überfüllten Klassen mit über 30 Schülern und können einzelne Kinder gar nicht mehr richtig fördern und betreuen. Angesichts dieser Überforderung greifen manche Lehrer auf Unterrichtsmaterialien zurück, die von Firmen oder eben der Bundeswehr gestellt werden. Von denen kann mir niemand erzählen, dass sie darin nicht ihre eigenen Interessen und Vorstellungen vertreten würden. Offiziere versuchen an etlichen Schulen, die Schülerinnen und Schüler auf den Kriegskurs einzustimmen. Auf Ausbildungsmessen werben sie dann für den „Beruf“ des Soldaten.