Mehr Personal im Gesundheitswesen!

Karin Mack, Listenplatz 5: 68 Jahre, Rentnerin

Karin Mack, Listenplatz 5

In meinem Berufsleben habe ich viele Jahre als Angestellte in medizinischen Verwaltungen gearbeitet. Ich kann sagen: Die massive und anhaltende Privatisierung des Gesundheitswesens hat verheerende Auswirkungen. Sie trifft uns alle. Niemand kann mehr leugnen, dass es einen bundesweiten Pflegenotstand als Folge massiven Personalmangels und prekärer Beschäftigungsverhältnisse gibt.

Zu wenig Personal und miese Arbeitsbedingungen führen zu einer unzureichenden Versorgung der Patienten und zu mangelhaften Genesungsbedingungen. Die Patientinnen und Patienten sind heutzutage „Fälle“, sie sind Produktionskosten, die der Kalkulation und der Rationalisierung unterworfen werden, weil sie Gewinne abwerfen sollen. Gesundheit ist zur Ware geworden! Deshalb ist es für mich und meine Partei, die DKP, selbstverständlich, den Widerstand und die Streiks gegen diese menschenverachtenden Zustände zu unterstützen.

Durch die Umstellung der Finanzierung des Gesundheitswesens auf Fallpauschalen stehen die Kliniken in ständig sich verschärfender Konkurrenz zueinander, in der sie gezwungen sind, Behandlungen möglichst kostengünstig durchzuführen. Das führt neben der immer kürzer werdenden Verweildauer der Patienten dazu, dass vor allem an den Personalausgaben gespart wird. Und es bedeutet eine permanente Abwärtsspirale: Einsparungen von heute bilden die Kosten-Bemessungsgrundlage von morgen! Senkt eine Klinik die Kosten für eine Behandlung, werden dadurch langfristig auch die Fallpauschalen abgesenkt. Um möglichst hohe Gewinne zu erzielen, wird der Druck auf Personal- und Behandlungskosten ständig erhöht – auf Kosten des Wohls der Patienten.

Die Unterwerfung des Gesundheitswesens unter das kapitalistische Konkurrenzprinzip senkt die Qualität der Behandlung auch dadurch, dass sich die Arbeitsbedingungen verschlechtern. Durch den ständigen Druck können die Beschäftigten dem Anspruch ihres Berufes nicht mehr gerecht werden, die ihnen anvertrauten Menschen gesund werden zu lassen, ihnen Zuwendung, Unterstützung und Anleitung zukommen zu lassen – alles, was eine gute Pflege ausmacht. Das macht auf Dauer auch die Beschäftigten krank.

Wenn die Pflegekräfte nicht nur für mehr Gehalt, sondern auch für mehr Personal, also für eine bessere Versorgung der Patienten streiken, wird es die herrschende Politik schwer haben, die Forderungen der Beschäftigten der Krankenhäuser zu ignorieren oder gar als ungerechtfertigt abzutun. Und wir als potentielle Patienten müssen erkennen, dass wir im eigenen Interesse solidarisch mit den Beschäftigten und ihrem Widerstand sein müssen.

Gesundheit geht uns alle an. Gesundheit darf keine Ware sein! Dafür steht die DKP.