Niemand ist vergessen!

Neuverlegung von Stolpersteine in der Hufeisensiedlung

„Siedlung mit Courage“ mit diesem Slogan zog die Anwohnerinitiative „Hufeisern gegen rechts“ der Berliner Hufeisensiedlung in die letzten Wahlkämpfe zum Deutschen Bundestag und zum Berliner Abgeordnetenhaus. Hintergrund sind die seit Jahren von Neonazis verübten Anschläge auf Menschen in der Siedlung, sei es durch Brandanschläge auf Autos, Anschläge und Terror auf das Wohnhaus einer Familie oder das Jugendhaus der Neuköllner Falken. Im November wurden schließlich in der gesamten Siedlung das Gedenken an die Opfer des Faschismus in Form der Stolpersteine geschändet und alle Stolpersteine in der Siedlung ausgegraben und geklaut.

Alle Aktionen der Vergangenheit gingen für die rechten Kreise jedoch nach hinten los. Die Menschen schlossen sich zusammen und die Hufeisensiedlung verfügt seitdem über ein Netzwerk von vielen Demokraten, die sich diesen Entwicklungen entgegenstellen. So wurde jetzt wieder öffentlicher Protest organisiert, der auch von den Medien aufgegriffen wurden. Nach einem Spendenaufruf können so nicht nur die alten Sterne bezahlt, sondern auch neue Stolpersteine geplant und verlegt werden.

In Kooperation mit der Neuköllner Lokalpolitik, dem Bezirksamt, Gewerkschaften, Parteien und auch dem Künstler und Produzenten der Stolpersteine konnten die kleinen Denkmäler für die im Widerstand gegen die faschistische Herrschaft ermordeten Stanislaw Kubicki, Hans-Georg Vötter, Wienand Kaasch, Getrud Seele, Heinrich Uetzfeld, Rudolf Peter und Georg Obst innerhalb eines Monats wiederverlegt werden.

Die RednerInnen unterstrichen bei der Verlegung der Steine die Bedeutung der Erinnerung an die Opfer. Den Nazis gehe es nicht nur darum den politischen Gegner auszuschalten und zu vernichten, sondern auch darum sie dem Vergessen anheimfallen zu lassen. Das wirke wie eine Bestätigung. Geschichte lebendig zu halten, den Widerstand gegen die Nazis in Erinnerung halten ist aktiver Einsatz für eine bessere Gesellschaft: Niemand ist vergessen!