Vergessener Kontinent

Ausstellung "Afrika am Scheideweg" auf der Rosa-Luxemburg-Konferenz in Berlin. Interview mit KünstlerInnen und Künstlern der Gruppe tendenzen.

Anstoß: Bereits zum fünften Mal organisiert die Gruppe tendenzen Berlin im Rahmen der Rosa-Luxemburg-Konferenz zusammen mit der jungen Welt eine Kunstausstellung. Mit dem Thema „Afrika am Scheideweg – Aufbau oder Migration“ integriert ihr euch in das Gesamtkonzept der RLK. Was sind eure Erwartungen an die Ausstellung?

tendenzen: Als uns das Thema „Afrika“ für die Ausstellung zur Rosa-Luxemburg-Konferenz 2018 vorgeschlagen wurde, haben wir nicht lange überlegt, waren sofort interessiert. Doch bei der Formulierung des Titels merkten wir erst, wie schwierig es ist, einen für die Künstler inspirierenden Titel mit eindeutiger Aussage zu finden. Wir gewannen den Eindruck, dass Afrika ein auch für Linke „vergessener“ Kontinent ist. Selbst in der linken Presse spielen die Probleme Afrikas teilweise eine untergeordnete Rolle. Der Focus lag in der jüngeren Vergangenheit eher auf der gesellschaftspolitischen Entwicklung in Lateinamerika. Es gab bei uns Diskussionen zu den Themen: Kolonialismus in Vergangenheit und Gegenwart, Apartheid, Nelson Mandela, Patrice Lumumba, imperialistische und innerafrika-nische Kriege, Hunger, Elend, Flucht, Kampf um wirtschaftliche, soziale und politische Entwicklung und das Streben nach Anerkennung und Menschenwürde für die Völker Afrikas. Als Ergebnis stand dann dieser Titel fest. Ziel der Ausstellung sollte sein, die Darstellung der gesellschaftlichen Entwicklung Afrikas in Vergangenheit und Gegenwart sowie der Perspektiven für eine selbstbestimmte Zukunft aller Völker dieses Kontinents.

Für uns war von Anfang an klar, dass wir auch in Deutschland eingewanderte und zu uns geflüchtete Afrikaner einbeziehen wollen. Das ist uns allerdings nur sehr bescheiden gelungen. Vielleicht ergeben die Gespräche mit den ausstellenden Künstlern weitere Möglichkeiten, afrikanische Künstler für die Völker ihres Kontinents selbst sprechen zu lassen.

Anstoß: Die Ausstellung ist inzwischen fester Bestandteil der Konferenz. Wie ist die Resonanz auf euren Aufruf im fünften Jahr?

tendenzen: Neben Kollegen unserer Gruppe gibt es Künstler aus der gesamten Bundesrepublik, die bereits zum dritten oder vierten Mal teilnehmen. Die geringere Resonanz in diesem Jahr mag an der beobachteten Verdrängung im gesellschaftlichen Diskurs liegen, aber auch an den problematischen Ausstellungsbedingungen im vorigen Jahr. Die optimalen Bedingungen der URANIA waren im MOA-Hotel schlichtweg nicht vorhanden. Für die Kunstausstellung 2018 werden jedoch neue Räume zur Verfügung gestellt, die den teils sehr engagierten Arbeiten einen würdigen Rahmen geben werden. Wünschenswert wäre es, wenn diese Ausstellung nicht nur am Tag der Rosa-Luxemburg-Konferenz betrachtet werden könnte, sondern auch in einer Anschlussausstellung zum Beispiel in der Ladengalerie der jungen Welt.

Anstoß: Die Gruppe tendenzen macht mehr, als nur einmal im Jahr diese Ausstellung zu organisieren. Was ist euer grundsätzliches Anliegen?

tendenzen: Mit der Bezeichnung „Gruppe tendenzen“ knüpfen wir an die gleichnamige, überparteiliche Kunst-bewegung progressiver Künstler/innen in der alten BRD der 70er und 80er an. Diese entstand aus der Kritik an dem bürgerlichen Kunstbetrieb, der die gesellschaftlichen Probleme ausblendete, und andererseits aus dem Bedürfnis, Kunst und Kultur für den Alltag zu entwickeln. Wir wollen das Leben der arbeitenden Menschen in die Bildende Kunst bringen.

Wir, die „Gruppe tendenzen Berlin“, setzen uns für ein solidarisches, hierarchiefreies Miteinander unter den Künstler/innen ein, um die kreativen Möglichkeiten jedes Einzelnen zu fördern. Wir treten für humanistische Meinungsvielfalt ein und möchten mit künstlerischen Mitteln in der Öffentlichkeit für Frieden und Völkerverständigung werben sowie die gesellschaftlichen Ungerechtigkeiten und deren Zurückdrängung thematisieren. Mit unserer Kunst kämpfen wir gegen Rassismus, Faschismus und Kriegshetze.

Anstoß: Kann man bei euch mitmachen?

tendezen: Künstlerinnen und Künstler, die unser Grundanliegen teilen und die Arbeit in der Gemeinschaft suchen, können zu unseren monatlichen Treffen in der Mediengalerie von ver.di, in der Dudenstraße 10, kommen und sich mit ihren Ideen und künstlerischen Vorstellungen einbringen. Wir besprechen dort unsere Arbeiten, künstlerische und politische Themen und bereiten unsere Aktivitäten vor. Dabei freuen wir uns auf jede neue Anregung, Initiative und Mitarbeit.

Anstoß: Gibt es weitere Projekte für das Jahr 2018 oder darüber hinaus?

tendenzen: Die Ausstellung „Geflüchtete – unsere neuen Nachbarn“ in den Räumen der Berliner MieterGemeinschaft in Neukölln, bis Ende Januar, hat uns auf die Idee gebracht, zu diesem Thema weitere Bilder zu malen und auch in anderen Bundesländern dazu Ausstellungen zu veranstalten. In Mecklenburg – Vorpommern bietet sich bereits eine Möglichkeit an. Es gibt auch die Idee, zu brennenden aktuellen Problemen künstlerische Transparente zu malen und für Demonstrationen befreundeten Organisationen zur Verfügung zu stellen. Wir denken da unter anderem an die aggressive NATO-Politik gegen Russland, die Militarisierung der EU sowie die neofaschistischen Brandanschläge gegen Asyl-Unterkünfte und linke Einrichtungen. Außerdem wollen wir die Ursachen für die ungleiche Verteilung des gesellschaftlichen Reichtums thematisieren, sowie andere soziale Schieflagen, wie zum Beispiel die katastrophale Wohnungs- und Mietenpolitik in den Städten und Gemeinden.

Anstoß: Wie beurteilt ihr den Stellenwert der Bildenden Kunst in den politischen Kämpfen linker Parteien und Organisationen heute?

tendenzen: Die Bildende Kunst war in der Vergangenheit bereits einmal ein sehr beachtetes Mittel und fester Bestandteil unseres Kampfes. Da gibt es heute viel nachzuholen. Kunst kann die Menschen auf vielfältige Art und Weise erreichen. Mit ihr ist es möglich, unsere aller Köpfe und Herzen sowohl in der Öffentlichkeit des gemeinsamen Kampfes anzusprechen, als auch im ganz persönlichen Bereich, in den besinnlichen Momenten mit Zeit für stilles Betrachten und Genießen.

Die Gruppe tendezen Berlin trifft sich jeden 2. Mittwoch im Monat um 16 Uhr in der Mediengalerie von ver.di, Dudenstraße 10.

Der Imperialismus kann nicht mehr machen, was er will

Rede von Rolf Berthold, dem letzten DDR-Botschafter in der Volksrepublik China, am 20. August an der geschändeten Ernst-Thälmann-Gedenkstätte in Ziegenhals

Liebe Genossinnen und Genossen,

Liebe Freunde, 

Ernst Thälmann wurde am 18. August 1944 von den Faschisten ermordet. Es ist gut, dass hier, an diesem Ort ein Platz eingerichtet wurde, an dem ein ständiges Gedenken an den Vorsitzenden der Kommunistischen Partei Deutschlands möglich ist. Mit diesen Veranstaltungen hier erinnern wir zugleich daran, wie im heutigen Deutschland mit dem revolutionären Erbe umgegangen wird. Ich meine, im Namen aller Anwesenden zu sprechen, wenn ich den Organisatoren dieser Veranstaltungen unseren herzlichen Dank ausspreche. Ernst Thälmann ist und bleibt der Repräsentant unserer Politik und unserer Positionen. Ich erinnere mich, dass mir meine Eltern in meinen frühen Kindesjahren erzählten, dass sie auf Kampfkundgebungen in Chemnitz Ernst Thälmann erlebt hatten, in der Stadt, der später der Name Karl-Marx-Stadt verliehen wurde.

Wenn wir heute den Lebenslauf des Genossen Ernst Thälmann verfolgen, finden wir auch viele Aktionen der Solidarität mit dem Kampf des chinesischen Volkes. Er hat auf zahlreichen Kundgebungen und in vielen Artikeln der kommunistischen Presse in den 20er und frühen 30er Jahren zur Solidarität mit dem Kampf des chinesischen Volkes aufgerufen und über diesen Kampf berichtet. Die Kommunistische Partei Deutschlands hat den Aufenthalt zahlreicher chinesischer Genossen in Deutschland unterstützt und deren Solidarität mit dem Kampf der deutschen Genossen dankbar entgegen genommen. So sind Bindungen entstanden, die bis heute wirksam sind. Von besonderer Bedeutung waren die Aktionen deutscher Kommunisten gegen die Unterstützung der deutschen Bourgeoisie für den Krieg der chinesischen Reaktion gegen das chinesische Volk, ein Bestandteil der Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung, den wir nicht vergessen dürfen, besonders auch angesichts der aktuellen Ereignisse.

Ich will einige Bemerkungen zu China machen, da darüber in hiesigen Medien ja so gut wie nichts zu lesen ist, auf alle Fälle wenig Vernünftiges. Im Herbst dieses Jahres findet der 19. Parteitag der KP Chinas statt. Der Generalsekretär des ZK der KPCh, Xi Jinping, hat im Vorfeld schon betont, die Entwicklung in China steht vor einem neuen historischen Startpunkt, der Sozialismus chinesischer Prägung hat ein neues Entwicklungsstadium erreicht. Hauptthema auf dem Parteitag wird sein, den Sozialismus chinesischer Prägung weiter auszugestalten und die weiteren Aufgaben bei der Schaffung eines bescheidenen Wohlstandes für das ganze Volk bis zum 100. Jahrestag der Gründung der KP Chinas (2021) zu formulieren. Auf dem 18. Parteitag 2012 wurde als grundlegendes Ziel der Reformen und Öffnung sowie der sozialistischen Modernisierung die Verbesserung des materiellen und kulturellen Lebens des Volkes formuliert. Es gibt keine Partei, die in einem kapitalistischen Land die Regierung bildet, die die Verbesserung des Lebens des Volkes zum grundlegenden Ziel ihrer Politik erklärt hätte. Das hat aber die KP Chinas getan.

Am 21. und 22. Oktober letzten Jahres fand in Beijing das 7. Forum über den Weltsozialismus statt. Wo findet so etwas schon statt. Veranstalter war die chinesische Akademie für Gesellschaftswissenschaften. Hauptinhalt war der Austausch von Erkenntnissen und Erfahrungen des Kampfes für den Sozialismus im Weltmaßstab und der Strategie der KP Chinas auf dem sozialistischen Weg.

Genosse Egon Krenz hielt eine viel beachtete Rede auf diesem Forum. Er führte aus: Ich erinnere an ein Wort des von den deutschen Faschisten ermordeten Vorsitzenden der Kommunistischen Partei Deutschlands, Ernst Thälmann. Er schrieb im April 1927: „Die Augen der ganzen Menschheit sind auf China gerichtet, wo das älteste und größte Kulturvolk der Erde die imperialistischen Fesseln sprengt, in die es ein Jahrhundert lang geschlagen war“. Die Solidarität mit dem chinesischen Volk war stets Bestandteil der Politik des proletarischen Internationalisten Ernst Thälmann. Wenn wir uns ihn heute zum Vorbild nehmen, sollten wir auch an seine solidarische Haltung zum Kampf des chinesischen Volkes denken. Und Egon Krenz fuhr in seiner Rede fort:  „Wer wirklich Sozialismus will, kommt an den Erfahrungen des chinesischen Volkes nicht vorbei.“
Das ist proletarischer Internationalismus heute, der besonders auch hier, an diesem Ort, gepflegt wird.

An dem Forum nahmen über 100 Wissenschaftler und Politiker aus 36 Ländern teil. Beachtung fand die Teilnahme von 30 Genossen aus Afrika. Es ist also nicht so, dass der Kampf um den Sozialismus nicht mehr stattfindet, auch wenn er in unseren Breiten ignoriert oder verunstaltet wird.

Kürzlich fand in Hamburg der G20 – Gipfel statt. Die Protestveranstaltungen waren nicht ohne Probleme. Die Teilnahme von Präsident Xi Jinping, Generalsekretär des ZK der KP Chinas, wurde in die generelle Verurteilung dieser Veranstaltung einbezogen, ohne zu berücksichtigen, dass ein grundsätzlicher Unterschied zwischen den Teilnehmern bestand. Es ist nicht zu akzeptieren, pauschal von den „umstrittensten Politikern der Welt“ zu reden; oder zu schreiben, das Konzert in der Elbphilharmonie hätten die „kritikwürdigen Politiker den Saal als Schuldgruppe“ betreten – auf dem dazugehörigen Foto war auch der chinesische Staatspräsident prominent abgebildet. Die VR China wird als autoritär regierter Staat in eine Reihe mit der Türkei und Saudi Arabien gestellt. So etwas gehört nicht in die mit uns verbundene Presse. Gibt es doch auch in westlichen Presseorganen deutliche Einschätzungen über die Diktatur in der Türkei und über die tief-feudalistischen Verhältnisse in Saudi Arabien. Auch heißt es, Russland und China würden versuchen, die neue Weltordnung zum imperialen Geländegewinn zu nutzen, eine andere nicht akzeptable Formulierung. Xi Jinping trat nicht als Repräsentant eines „imperialistischen Zentrums“ auf, sondern als Vertreter einer neuen Gesellschaftsordnung und eines neuen Typs internationaler Beziehungen. Er vertritt die Position: “Alle Länder sollten die Souveränität, Würde und territoriale Integrität der anderen respektieren“ – welcher Vertreter eines imperialistischen Staates hat sich so geäußert.

China ist ein Land, das unter Führung der Kommunistischen Partei sichtbare Erfolge auf dem sozialistischen Weg errungen hat und weiter erringt. Es ist ein Land, das sich in der Anfangsetappe des Sozialismus befindet. In dieser Etappe gibt es Dinge, die es in der höheren Phase des Sozialismus nicht mehr geben wird – z.B. kapitalistische  Produktionsverhältnisse, die jetzt zugelassen werden, um sich entwickeln zu können und sie damit überhaupt erst abschaffen zu können.
Die VR China ist ein Land, das in der heutigen Welt eine wichtige Rolle als Friedensfaktor, für internationale Stabilität und Prosperität spielt. Welche Probleme damit verbunden sind, erleben wir gerate in diesen Tagen.

Und auch das sei gesagt: in zahlreichen Ländern, insbesondere der dritten Welt, werden die Erfahrungen der VR China intensiv studiert, werden Schlussfolgerungen für die Lösung eigener Probleme gezogen. Der Generalsekretär des ZK der KP Chinas, Xi Jinping, äußerte vor kurzem: „Die Mitglieder der KP Chinas und das chinesische Volk sind überaus zuversichtlich, der Menschheit bei ihrer Suche nach einer besseren Gesellschaftsordnung chinesische Lösungsvorschläge anzubieten.“

Es ist höchste Zeit für eine realistische Einschätzung der Linken. Es ist vielleicht auch Zeit, wieder zu den marxistischen Begriffen zurückzukehren.

Die Weltsituation hat sich verändert. Die Bipolarität in der Welt hat sich nach den Konterrevolutionen in zahlreichen Ländern aufgelöst. Die Multipolarität ist im Entstehen, hat sich aber noch nicht durchgesetzt. Der Imperialismus betreibt eine Politik der Globalisierung. Die chinesische Politik hat sich der ökonomischen Globalisierung angeschlossen, aber verweigert sich der Globalisierung auf politischem Gebiet. Das würde eine Alleinherrschaft des Imperialismus bedeuten. Der Imperialismus betreibt eine Einkreisungspolitik gegen die VR China. Zu den verschiedensten Gelegenheiten wird von einem möglichen militärischen Konflikt mit der VR China gesprochen. Auch die BRD hat kürzlich eine Vereinbarung mit Japan auf wehrtechnischem Gebiet getroffen. Wissen die Herrschaften überhaupt, worüber sie dabei reden?

Der Imperialismus kann nicht mehr machen, was er will. Ihm werden Grenzen gesetzt. Über die G7 spricht schon kaum noch jemand, die G20 hat nach Hamburg viel von ihrem Glanz verloren. Der UNO wird wieder mehr zugesprochen. Die wachsende internationale Bedeutung der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit und der Gruppe der BRICS – Staaten (man diskutiert sogar schon über eine BRICS +) zeigen den alten politischen und militärischen Formationen ihre Grenzen auf. Das geschieht insbesondere auch durch das Projekt der Seidenstraße – leider findet man in unserer Presse dazu sehr wenig. Und ich meine hier vor allem die uns nahe stehende Presse. In dieses Projekt sind bereits etwa 100 Staaten einbezogen, China hat dafür Mittel in Höhe von 100 Milliarden $ bereitgestellt. Zahlreiche Projekte sind bereits in Angriff genommen worden. Die USA oder andere imperialistische Länder haben keine Möglichkeiten, diese Strategie zu verhindern. China dafür eines Imperialismus zu bezichtigen ist blanker Unsinn, ebenso die Epoche machenden Fortschritte Chinas auf wissenschaftlich – technischen Gebiet als imperialistisch zu bezeichnen. Geht es doch um die Erreichung der Spitzenstellung auf dem Gebiet der Arbeitsproduktivität. Die Rolle der Entwicklungsländer ist deutlich im Wachsen begriffen.

Das internationale Gewicht der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit nimmt ständig zu. Die kürzliche Aufnahme von Indien und Pakistan sind ein deutlicher Beweis. Neue Finanzinstitutionen sind entstanden, die die Monopolstellung der Weltbank und des Internationalen Währungsfonds beenden. Allein die vor allem von China initiierte Asiatische Infrastruktur-Investitions-Bank hat bereits 56 Mitgliedstaaten, darunter zahlreiche Mitglieder der EU.

Es ist auch kompletter Unsinn, ein gemeinsames Seekriegsmanöver von Russland und China in der Ostsee als nicht zu akzeptierendes Säbelrasseln zu verurteilen. Was ist denn mit den NATO – Manövern, mit der Truppenkonzentration an der russischen Grenze. Wo ist hier die Kritik der „Linken“?

Wir bleiben bei unserer Solidarität mit Ernst Thälmann. Er hat richtig die Zukunft der chinesischen Revolution vorhergesagt. 1927 erklärte er: „Der Kampf in China ist das  Signal für das große Ringen der unterdrückten Völker für ihre Freiheit. … Noch ist der Charakter der chinesischen Revolution nicht der einer proletarischen Revolution, aber die revolutionären Arbeiter und Bauern werden sie zu einer solchen steigern. Die Arbeiterschaft der westlichen Länder muss auf der Wacht stehen und sich mit den chinesischen Freiheitskämpfern solidarisch erklären.“ Diese  Forderung ist nicht verjährt.

 

Was passiert in Venezuela?

Eine Gesprächsrunde mit Carolus Wimmer, Internationaler Sekretär der Kommunistischen Partei Venezuelas (PCV)

Angesichts der angespannten Lage in und um Venezuela laden die DKP und die Alexander-von-Humboldt-Gesellschaft zu einer Veranstaltung am 10. Juli 2017 ein.

In Venezuela reißen die Auseinandersetzungen zwischen oppositionellen Demonstranten und den Sicherheitskräften nicht ab. Nahezu täglich erreichen uns Nachrichten von Getöteten und Verletzten. Für die Mainstream-Medien hierzulande ist die Sache klar: Ein sozialistischer Diktator klammert sich mit brutaler Gewalt an die Macht und lässt die Proteste seiner Bevölkerung niederschlagen, die sich gegen Misswirtschaft, Mangel, Hunger, Kriminalität und Korruption auflehnt.
Aber wieso finden die Proteste nahezu ausschließlich in den Vierteln der wohlhabenden Mittelschicht statt? Wieso rebellieren die Armen nicht? Woher haben die Straßenkämpfer der Opposition ihre teure Ausrüstung – Gasmasken, Helme, Kameras und anderes? Wer unterstützt sie? Welche Rolle spielen die USA?
In den Medien hierzulande erfährt man fast nichts von den großen Demonstrationen, mit denen Zehntausende immer wieder gegen die rechte Opposition und für den 1999 von Hugo Chávez initiierten und seit 2013 von Nicolás Maduro geführten Reformprozess auf die Straße gehen.
Die Kommunistische Partei Venezuelas (PCV) steht auf der Seite des Widerstands gegen die reaktionäre Opposition und die imperialistische Einmischung. Sie fordert eine Fortsetzung und Vertiefung des nunmehr 18jährigen bolivarischen Prozesses und seine Weiterentwicklung zu einer sozialistischen Revolution. Das hindert sie nicht daran, Unzulänglichkeiten und Widersprüche in der Regierung zu kritisieren und sich konsequent gegen Korruption, Bürokratismus und Zugeständnisse an die Großkonzerne zu wehren.
Gemeinsam mit anderen linken Parteien und Bewegungen haben die KommunistInnen eine Volksfront gegen Imperialismus und Faschismus ins Leben gerufen. Im gemeinsamen Gründungsaufruf unterstreichen sie: »Die Bolivarische Republik Venezuela wird einmal mehr durch die Entwicklung von politischen Gewaltaktionen durch Teile der extremen Rechten bedroht, die einem vom US-Imperialismus entworfenen Destabilisierungsplan folgen. Dessen Ziel ist es, durch Gewalt und Erpressung eine Regierung zu installieren, die der Hegemonie des Imperialismus auf dem Kontinent dient, und die in Lateinamerika zu Beginn dieses Jahrhunderts begonnenen nationalen Befreiungsprozesse zu zerstören. (…) Wir haben darauf hingewiesen, dass im Fall Venezuela die Offensive der reaktionärsten Rechten ein Ausmaß von Gewalt mit faschistischen Zügen angenommen hat, die Bedingungen für eine Intervention schaffen soll.«
Mit der Veranstaltung mit Carolus Wimmer, internationaler Sekretär der KP Venezuelas, wollen wir über das tatsächliche Geschehen in seinem Land aufklären und freuen uns auf die Diskussion mit ihm.

„Solidarität statt Rassismus“

DIDF-Jugend Sommercamp 2017 in Berlin

Alljährlich veranstaltet die DIDF-Jugend (Jugendverband der Föderation Demokratischer Arbeitervereine) ein bundesweites Sommercamp mit bis zu 300 Teilnehmenden. Dieses Jahr findet das Camp unter dem Motto „Solidarität statt Rassismus“ vom 28. Juli – 06. August in Berlin am Tegeler See statt.

Dem Motto entsprechend wird es auf dem Sommercamp zahlreiche Vorträge, Diskussionsrunden und Workshops geben. Zu Themen, wie der Bundestagswahl, dem Rechtsruck und damit verbunden der sozialen Frage, Militarisierung und Bundeswehr, Kultur im Kapitalismus oder zu den Auswirkungen der Wahlen in der Türkei auf Jugendliche in Deutschland, werden die Jugendlichen diskutieren und sich eine Meinung bilden.

Und wann würde das besser gehen, als in einem Bundestagswahljahr? In diesem Jahr wird nicht nur ein neuer Bundestag gewählt, es ist auch der ideale Zeitpunkt, um mit Forderungen laut zu werden! Mit der Forderung nach einem fairen und kostenlosen Bildungssystem. Mit der Forderung nach der Abschaffung von Leiharbeit. Mit der Forderung nach Frieden. Und – leider aktueller denn je – mit der Forderung nach einer Welt ohne Rassismus und Nationalismus. In einer Zeit, in der Rassisten, wie Donald Trump, zu US-Präsidenten werden, in der AfD, Front National usw, ihr Rekordhoch feiern, in der es tausende rassistisch motivierte Anschläge auf Geflüchtete und deren Unterkünfte gibt, in der „Racial Profiling“ offensichtlich zur Normalität geworden ist, ist es umso wichtiger, Solidarität zu zeigen, statt Vorurteile zu schaffen.

Auf dem Sommercamp haben die Jugendlichen die Möglichkeit, sich über ihre Alltagsprobleme mit anderen Gleichgesinnten auszutauschen. Ist das Mensaessen in der Schule zu teuer? Wird der Lernstress in der Schule zu viel? Schafft man es einfach nicht Anschluss in der Uni zu finden? Bleibt neben dem Arbeiten und dem Büffeln für Prüfungen gar keine Zeit mehr sich zu entspannen? Verdient man in der Ausbildung quasi kaum Geld? Ist die Furcht, nach der Ausbildung nicht übernommen zu werden, zu groß? Erlebt man immer wieder Diskriminierung am Arbeitsplatz? All diese Fragen werden gemeinsam diskutiert und Lösungsvorschläge dafür erarbeitet. Hier kann jeder lernen, wie er oder sie  in der Schule, an der Uni oder am Arbeitsplatz etwas verändern kann.

Neben den inhaltlichen Schwerpunkten können sich die Jugendlichen in den AGs kreativ entfalten. Denn immer werden die Hauptakteure die Jugendlichen selbst sein. Unzählige Arbeitsgruppen, wie z.B. Camp TV, Zeitung-AG, Theater-AG, Tanz-AG, Sport-AG, Foto-AG oder die Frauen-AG und viele mehr, werden von den Jugendlichen selbst geleitet und durchgeführt. Jeder wird seinen Fähigkeiten und Hobbys nachgehen. Am Ende des Camps werden die Erinnerungen in den AG´s überwiegen, weil man dort Freunde gefunden hat, mit denen man täglich eine Zeitung rausbringt, mit denen man Lieder schreibt, die jahrelang von vielen immer noch gehört werden.

Während der Tegeler See den idealen Platz für Entspannung und Erholung bietet, wird auch die Hauptstadt selbst besichtigt. Dabei wird es aber keine gewöhnliche Tour durch Berlin sein, sondern die Jugendlichen werden sich auf Erkundungstour durch die antifaschistische Geschichte Berlins machen.

Und auch bei der Abendgestaltung sind keine Grenzen gesetzt. Konzerte, Theaterstücke, Liederabende, Lagerfeuer, Filmabende. Langweilig wird es auf dem DIDF-Jugend Sommercamp nie. Zu unseren Gästen zählen Künstler, Wissenschaftler, Politiker und viele mehr.

Zehn Tage Entspannung, Sport, Diskussionsrunden, Ausflüge und Feiern. Man kann Freizeit und spannende Inhalte in bester Mischung gestalten und erleben. Weder die Herkunft, noch der Glaube, sind die Gründe für unsere gemeinsamen Probleme, sondern fehlende Ausbildungsplätze, Chancenungleichheit und Selektion in der Bildung, Kriege, Rassismus und Nationalismus. In Deutschland sind insbesondere Jugendliche, ob mit oder ohne Migrationshintergrund, von den Nachteilen des bestehenden Systems betroffen. Wir werden gemeinsam, ob auf dem Camp oder auf den Straßen, gegen die bestehenden Probleme vorgehen. Mit diesem Camp werden wir zeigen, dass wir gegen das bestehende Bildungssystem, gegen Leiharbeit, gegen Rassismus, gegen Nationalismus und für den Frieden sind. Wir werden laut sagen, dass WIR gemeinsam stark sind.

http://didf-jugend.de

Eine Grußbotschaft in den Donbass

Verlesen und beschlossen am 8. Mai auf dem Spreewaldplatz

Liebe Genossen der Makejewker Organisation ehemaliger Häftlinge, liebe Genossin Larissa Stepanowna!

Wir danken Ihnen herzlich für die Grüße zum Tag der Befreiung vom Hitlerfaschismus und übermitteln Ihnen Glückwünsche zum Tag des Sieges.

Wir möchten Ihnen auch für Ihre großartige und wichtige Arbeit danken. Die Bewahrung der Erinnerung an den Nazismus und seine Verbrechen, das Wissen um seine Ursachen und die Vermittlung dieses Wissens an die junge Generation sind notwendige Voraussetzungen dafür, neuen Faschismus verhindern und erfolgreich eine bessere – eine sozialistische – Gesellschaft aufbauen zu können.

Heute kämpfen die Menschen im Donbass erneut um die Freiheit und um das Überleben – und wieder gegen den Faschismus. Wieder ist es der deutsche Imperialismus, der neben dem der USA den faschistischen Putsch in der Ukraine vorbereitet hat und das jetzige Kiewer Regime unterstützt. Wieder ist es der deutsche Imperialismus, der das westliche Europa beherrscht und gemeinsam mit den USA an die Grenzen Russlands vorrückt. Der Kampf, den Sie in den Volksrepubliken des Donbass führen, ist dabei noch viel mehr als ein Kampf um die Freiheit der Bevölkerung, er ist von unschätzbarer Bedeutung für den Widerstand gegen den Imperialismus, für die Verhinderung eines neuen Weltkriegs und für eine fortschrittliche Perspektive der ganzen Menschheit.

Die Kommunisten und alle anderen fortschrittlichen Kräfte in Deutschland müssen und werden den Kampf gegen eine faschistische Entwicklung ebenfalls führen und weiter verstärken – und wieder einmal können wir dabei von Ihnen lernen.

Im gemeinsamen Kampf versichern wir Ihnen jede uns mögliche Solidarität.
Wir wünschen Ihnen beste Gesundheit, große Erfolge, den baldigen Sieg und vor allem Frieden.

 

Deutsche Kommunistische Partei, Landesorganisation Berlin

Die Teilnehmer des DKP-Befreiungsfestes am 8. Mai in Berlin Kreuzberg